Venezuela – wie weiter?

Meine Einschätzung hierzu wie es mit Venezuela weiter gehen kann, bezieht sich auf zwei verbleibenden Möglichkeiten:

Präsident Maduro hatte den landesweiten Ausnahmezustand ausgerufen, ordnete die Aktivierung aller nationalen Verteidigungspläne an und autorisierte den Einsatz umfassender Verteidigungskommandos im ganzen Land.

Die dortige Regierung war im Land nicht unumstritten.

Die venezolanische Vizepräsidentin Delcy Rodríguez bezeichnete die Festnahme von Maduro und seiner Frau als „illegale und unrechtmäßige Entführung“ und erklärte, das Land werde „niemals die Kolonie irgendeiner Nation sein.

Die Organisationen Cártel de los Soles und El Tren de Aragua existieren nur auf dem Papier und in der amerikanischen öffentlichen Rhetorik. Die beste Illustration ist das Fehlen einer glaubwürdigen Dokumentation, die in den USA in all den Jahren hätten sammeln können. Mit einfachen Worten, das Thema des Drogenhandels in Venezuela ist offensichtlich erfunden — ausschließlich zur Rechtfertigung von Aktionen gegen Venezuela.

Aus der Geschichte wissen wir, das der Präsident Panamas, Manuel Noriega, 1989 nicht entführt, sondern im Zuge der US-Invasion „Operation Just Cause“ gestürzt und von US-Truppen festgenommen wurde; er floh zunächst in die vatikanische Botschaft, stellte sich aber im Januar 1990 den USA und wurde später wegen Drogenhandels verurteilt.

So in etwa wird es mit Maduro in den USA ablaufen.

Der Verteidigungsminister Venezuelas Vladimir Padrino López galt hinter Staatspräsident Nicolás Maduro als zweitmächtigster Mann.

Auch kann es sein, dass die Militärs Venezuelas mitgespielt haben.

Wie ist es auch anders sonst zu erklären, warum die Helikopter nicht mit modernen Luftabwehrwaffen abgeschossen wurden. Hat Venezuela sich nicht von der Regierungsseite getraut oder war das wirklich so ein Militärputsch mit venezolanischem Militär? Wie aus Sicherheitskreisen bekanntwurde, haben einige Soldaten die Befehle wahrscheinlich verweigert, diese Abschüsse vorzunehmen.

Die Aktion der USA gegen Venezuela ist völkerrechtlich illegal. Der Westen selbst hat es:

im Irak, in Libyen, in Syrien, in Serbien, im Iran, in Afghanistan immer wieder gebrochen – ohne Konsequenzen. Empörung ist daher kein Argument, sondern Heuchelei.

Trump ist ein »Business Mann« und sieht in den Vorgängen nur die wirtschaftlichen Vorteile. Es geht ihm ums Öl? Venezuela ist kein Einzelfall. Es ist ein Signal.  Wer glaubt, Weltpolitik sei moralisch,  verwechselt Wunschdenken mit Realität.

Mit seiner Art wie Maduro regierte waren dann doch viele Menschen unzufrieden und deshalb war die Wahl entweder sehr knapp ausgegangen oder aber so, dass er tatsächlich nicht gewonnen hatte.

Das wiederum bemüßigt niemanden darüber zu entscheiden, wer der legitime Präsident Venezuelas ist. Das ist nach UN-Recht, nach internationalem Recht absolut  ausgeschlossen, dass ein anderes Land eine Militärintervention machen darf, um einen Regimewechsel, einen Präsidentenwechsel vorzunehmen. Der einzige wer das darf, ist das Volk bzw. die Bevölkerung des Landes selbst.

Was der US-imperialistische völkerrechtswidrige Terrorangriff in Venezuela angeht,  wird sich die tiefe Spaltung der venezolanischen Gesellschaft sehr wahrscheinlich auf der Straße  zeigen.

Wir werden in den nächsten Tagen beobachten können, dass auch die Spaltung durchaus beim venezolanischen Militär sich zeigt, sodass es zu einem harten Guerilla  Krieg untereinander kommen könnte, sobald sich die USA zurückziehen. Die Befürchtung hierzu besteht.

Wie sieht das mit der Opposition in Venezuela aus? In Venezuela muss man sagen, sind viele von den Oppositionsführern deutlich erkennbar dadurch, dass sie eine andere Hautfarbe haben.

Auf der einen Seite sind es weiße oft spanischer oder italienischer Abstammung. Aber eben nicht die hauptsächliche Mehrheitsbevölkerung, die dort indigenen oder afrikanischen Ursprungs sind.

Die weißen in Venezuela sind die Herrschaft des Landes und versuchen es den anderen zu diktieren. Sie haben auch wie das in Apartheitsländern üblich Haushaltshilfen, die meistens bei Ihnen im Haus arbeiten und sehr schlecht bezahlt werden. Die weißen, die fahren halt dicke Autos und gehen schön shoppen in den Shopping Malls, die farbige indigene Bevölkerung kann sich das nicht leisten. 

Es wird jetzt ein tiefer Riss durch das Land Venezuela gehen, was vorher noch durch die Regierung Maduro kaschiert wurde, dass man irgendwie das Land noch zusammengehalten hatte. Das ist jetzt die Gefahr, dass dieses nicht mehr möglich sein wird.

Die Opposition ist eindeutig auf Kurs der USA und zwar prokapitalistisch, proamerikanisch, prowestlich und sehr rassistisch.  Sie sind eine elitäre Truppe und geben sich auch elitär. Es sind Grundzüge dessen, was man in Südafrika als Apartheit kannte.

Das verbergen die westlichen Medien natürlich.

Die Amerikaner werden damit aufhören, was sie als Brände gelegt haben und werden beobachten, wie Venezuela sich danach entwickelt.

Eigentlich gibt es keine Verlierer und Gewinner.

In Venezuela steht es jetzt danach alles auf der Kippe.

Es hängt jetzt davon ab, wie die Vizepräsidentin Venezuelas Delcy Rodríguez, die jetzt erstmals das Amt übernommen hat, sich arrangiert.

Sie wird Neuwahlen mit internationaler Beobachtung ansetzen müssen. Es könnte sein, dass es sich dadurch friedlich lösen lässt.

Das zweite Szenario könnte aber auch sein, dass jetzt der Brand gelegt wurde für die Menschen in Venezuela, die dort alle bewaffnet sind.

Leider muss man sagen, Venezuela ist ein hochbewaffnetes Land, jeder hat dort eine „Knarre zu Hause“,  das wird sehr wahrscheinlich nicht friedlich weitergehen bzw. sich nicht friedlich lösen lassen.

Im normalen Leben ist in Caracas zum Beispiel die Mordrate unheimlich hoch. Die Leute erschießen sich gegenseitig aus Gründen, wo man manchmal sagt, also wegen ein paar Dollar am Ende oder einem Streit.

Also Sachen, die in einer normalen Gesellschaft nicht so üblich sind, aber ich befürchte, dass deshalb die Gewalt überwiegen wird und das macht mich sehr traurig.

Maduro oder irgendeiner in Venezuela braucht nicht darauf hoffen,  dass Russland oder China jetzt mit irgendwelchen Militärinterventionen kommt um sie zu retten. Das wird nicht passieren. Russland ist dazu gar nicht in der Lage und China macht grundsätzlich keine militärischen Interventionen außerhalb ihres Landes.

Da kann sich das Volk nur selbst helfen. Gegen die USA sich zu wehren, aber haben sie keine Chance.

Akzeptanz einer multipolaren Weltordnung.

Die USA und auch Trump wissen, die unipolare Dominanz ist vorbei.

China, Indien und Russland sind Fakten.

Einflusszonen werden neu gezogen.

Nicht öffentlich – sondern hinter den Kulissen.

Südamerika = US-Einflusszone.

Venezuela fällt darunter, Kuba und Brasilien könnten folgen.

Russland, Indien und China akzeptieren die Wiederbelebung der Monroe-Doktrin.

Ukraine = russische Einflusszone.

Die USA ziehen sich zurück

Europa bleibt allein

Trump wird keinen EU-Sonderweg tolerieren.

Europa wird politisch entkernt.

Kein russischer Angriff nötig.

Taiwan = die große offene Frage.

Völkerrechtlich Teil Chinas (UN-Resolution 2758)

Ob Taiwan Teil eines Deals sein wird, entscheidet über Krieg oder Frieden im Pazifik.

Und Europa?

Europa glaubt noch, es spiele mit in der Weltpolitik. In Wahrheit wird es neu sortiert, nicht militärisch, sondern wirtschaftlich. Entweder Reform mit der Kettensäge – oder Bedeutungsverlust.

Zeitfenster: sehr klein.

Venezuela last but not least: Ist kein moralischer Skandal, kein Einzelfall, kein Zufall

Es ist der erste offene Zug auf dem neuen geopolitischen Schachbrett.

Wer das nicht versteht, wird die nächsten Jahre ständig überrascht sein.

Zynisch könnte man meinen, die US-Intervention die Trump angefangen hat, qualifiziert ihn dann doch für einen Friedensnobelpreis.

Bei uns in Europa reagierte die politische Klasse erwartungsgemäß gespalten: Offizielle rechtsradikale Vertreter:innen wie Macron und Merz mahnten Deeskalation und juristische Klärung und fordern aber gleichzeitig einen „geordneten Machtwechsel“ — eine Formel, die elegant klingt, aber in der Praxis oft die Interessen der Mächtigen schützt und die Bedürfnisse der Mehrheit ignoriert und auf pseudodemokratische Wahlen zur Bemäntelung von Konterrevolution setzen. Das Nachhaken nach Legalität ist wichtig; doch die schnelle Beschwörung von „Ordnung“ ist gelegentlich die zivilere Fassade für die Öffnung neuer Märkte, Konzessionen und Profitchancen.

Parallel dazu fiel ein anderes Muster auf: Teile der rechten Presselandschaft und bildmächtigen Rechten Europas begrüßten oder relativierten den Eingriff. Für viele aufgeregte Kommentatoren klingt der Sturz eines ungeliebten Staatschefs wie ein politischer Erfolg — ohne zu fragen, wer anschließend die Rechnung zahlt. Die rechte Begeisterung nimmt in Kauf, dass geopolitische Gewalt soziale Kosten produziert: Inflation, Flüchtlingsströme, zerstörte Versorgung und billige Privatisierungsopportunitäten. Darauf sollten auch diejenigen schauen, die aus Protest gegen „die Eliten“ sonst jede transnationale Einmischung scheuen.

Auf der anderen Seite verhalten sich Russland, China und andere Staaten erwartbar kritisch: sie sehen in dem Einsatz nicht nur einen Angriff auf ein Verbündeten, sondern eine Eskalation des globalen Machtspiels. Diese Gegensätze — westliche Intervention versus multipolare Gegenwehr — bringen eine neue Gefährdung: die Normalisierung militärischer Eingriffe als politisches Werkzeug. Für Beschäftigte weltweit heißt das: Kriege und „Neuordnungen“ sind keine abstrakten Debatten, sondern reale Bedrohungen von Löhnen, Arbeitsplätzen und sozialer Infrastruktur.

Ein Blick auf die Ukraine zeigt, wie brüchig die Logik ist: Konflikte werden regional verknüpft und als «Ausgleich» genutzt — die Sorge einiger Mächte offenbar: lieber an einem Ort eine schnelle Entscheidung als das Risiko einer direkten Konfrontation mit einer anderen Großmacht. Solche Kalküle haben einen Namen: Realpolitik um den Preis der Bevölkerung. Für die lohnarbeitende Mehrheit heißt das Verschärfung — nicht Lösung.

Die ukrainische Zivilbevölkerung wird nun möglicherweise ganz direkt das Trump Spiel in Venezuela ausbaden müssen.

Was also festzuhalten ist: Wer Kriegs- oder Machtaktionen unkritisch bejubelt, übergibt die politische Agenda denjenigen, die aus Chaos Profite schlagen. Ein „geordnetes“ Ergebnis für die Eliten bedeutet zu oft: Marktöffnung, Privatisierung, harsche Sparprogramme — die Rechnung zahlen die Lohnabhängigen. Deshalb muss eine linke, solidarische Haltung zweigleisig sein: Völkerrecht und Souveränität verteidigen — und zugleich die sozialen Interessen der Mehrheit gegen die Gewinner von Krieg und Rekonstruktion in den Mittelpunkt stellen.

Kurz: Solidarität mit unterdrückten Bevölkerungen heißt niemals  die Machtpolitik eines kapitalen Imperiums zu begrüßen — sondern zu fragen, wer nach der Operation gewinnt und wer verliert. Und wer echte Stabilität will, der muss die soziale Verteidigung der Mehrheit, internationale Rechtssicherung und den Widerstand gegen Profiteure von Gewalt gleichermaßen fordern.

Man muss Maduro nicht verteidigen, um das hier problematisch zu finden.

Man muss nur verstehen, dass Recht ohne gleiche Regeln für alle kein Recht ist, sondern Macht.

Heute feiern viele einen „Erfolg“.

In ein paar Jahren wird man sich fragen, wann genau die Grenze überschritten wurde und warum so viele dabei geschwiegen haben. Denn eines ist sicher: Wenn Souveränität nur noch gilt, solange sie genehm ist, dann betrifft das am Ende jeden.

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